Es gibt ein Muster, das diese Seite dokumentiert und das unter jeder anderen Geschichte hier liegt. Ich habe ihm noch keinen eigenen Artikel gegeben. Heute tue ich es, weil es heute wieder passiert ist.

Ich kontaktiere eine Institution. Sie sagt mir, dass sie nicht die richtige ist, und gibt mir den Namen einer anderen. Ich kontaktiere diese. Sie sagt mir dasselbe und gibt mir einen weiteren Namen. Die nächste sagt es wieder.

Was heute passiert ist

Ich bin in ein Spital gegangen. Ich habe zwei Stunden gewartet. Das Spital hat mich begutachtet, mir gesagt, ich solle warten, bis das neue Medikament zu wirken beginnt, und mir die Adresse eines Autismuszentrums gegeben.

Ich bin zum Autismuszentrum gegangen. Dort sagte man mir: Wir bieten keine Therapie an. Wir sind ein Verzeichnis. Hier ist eine Liste von Telefonnummern, die Sie probieren können.

Wenige Tage zuvor

Dieselbe Schleife lief in derselben Form, wenige Tage davor. Ein früherer Spitalsbesuch. Eine frühere Verweisung an einen öffentlichen psychosozialen Dienst. Dieser Dienst schickte mir per E-Mail eine Liste von sieben Privatpraxen in Wien mit Erfahrung im Autismus-Bereich, begleitet vom ausdrücklichen Hinweis, dass sie für keine davon freie Kapazitäten garantieren können. Die exakten Worte der E-Mail: „ohne Gewähr was freie Kapazitäten betrifft.“

Jede Telefonnummer auf dieser Liste ist eine Privatpraxis. Jede kostet Geld, das ich nicht habe. Bei keiner ist ein freier Platz garantiert. Um es herauszufinden, müsste ich sieben Nummern einzeln anrufen, jeder davon meinen Fall erklären und höchstwahrscheinlich hören, dass sie voll sind oder dass sie pro Einheit mehr kosten, als ich zahlen kann.

Das Muster

Das ist das Weiterverweis-Muster. Jede Institution, die ich kontaktiere, sagt mir in anderer Sprache dasselbe: Das ist zu schwer für unser Mandat, bitte gehen Sie woandershin. Die nächste sagt es auch. Die Kette verlängert sich endlos, und an ihrem Ende gibt es keinen Ort, weil sie genau so angelegt ist.

Die Menschen am Telefon sind nicht böswillig. Das Spitalspersonal hat getan, was Spitalspersonal tun soll. Der psychosoziale Dienst hat getan, was er tun soll. Jede Institution funktioniert korrekt innerhalb ihres engen Mandats. Das System als Ganzes produziert nichts. Das ist es, was es zu einem Muster macht und nicht zu einem einzelnen Versagen. Jeder Knoten funktioniert, nur die Verbindungen zwischen ihnen nicht.

Ich stehe im Zentrum dieser Kette, und die Kosten, sie zu durchlaufen, trage ich. Die Telefonate, die Wartezimmer, die Stunden, in denen ich jeder neuen Person den Fall erkläre: das alles ist meines. Auch die wiederkehrende Enttäuschung. Wenn die Kette nichts produziert, bin ich derjenige, der das Nichts erlebt.

Das ist es, was sie Unterstützung nennen.

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